Datensicherung - aber richtig

Sicherungsartendatensicherung

Je nach Veränderungsintensität der zu sichernden Daten können beim konkreten Sicherungsvorgang bestimmte Sicherungsarten eingesetzt werden. Einzelne Sicherungsvorgänge können in Volldatensicherung, differenzieller und inkrementeller Sicherung unterschieden werden. Differenzielle und inkrementelle Sicherung setzen mindestens eine erfolgte Volldatensicherung voraus. Bei der normalen Datensicherung werden bestimmte Dateien und/oder Verzeichnisse (Ordner) ausgewählt, deren Inhalt gesichert werden soll. Es besteht auch die Möglichkeit, nur bestimmte Dateiformate zu sichern. Daneben lassen sich auch ganze Datenträger oder Partitionen daraus als Abbild sichern. In allen Fällen ist es möglich, auch lediglich nur Teile aus einem vollständigen Sicherungssatz wiederherzustellen.

Man unterscheidet:

  • Komplett- oder Vollsicherung, in den Programmen auch als „Normale Sicherung“ bezeichnet: Hierbei werden die jeweils zu sichernden Daten (ein komplettes Laufwerk, eine Partition, bestimmte Verzeichnisse und/oder bestimmte Dateien, bestimmte Dateiformate) komplett auf das Sicherungsmedium übertragen und als gesichert markiert.
    • Bei der Speicherabbild-Sicherung (englisch image backup) wird der komplette Datenträger (meist die Festplatte, aber auch USB-Massenspeicher, optische Medien oder bei einigen Programmen auch Datenträger im Netzwerk) oder eine Partition durch ein 1:1-Abbild gesichert. So werden beispielsweise nicht nur die Nutzdaten, sondern das ganze Dateisystem, inklusive Betriebssystem und Benutzereinstellungen, gespeichert. Der Vorteil dieser Sicherung besteht darin, dass bei einem Totalausfall des Computers das Speicherabbild auf den Datenträger zurückgesichert und dadurch der Zustand zum Sicherungszeitpunkt voll wieder hergestellt werden kann. Bei einer derartigen Wiederherstellung wird entweder das ganze Dateisystem in seiner Originalstruktur wiederhergestellt (in diesem Fall ist kein Dateisystemtreiber erforderlich, sondern lediglich ein Gerätetreiber für den Datenträgerzugriff), oder ein besonderer Treiber liest regulär das Dateisystem und extrahiert nur die gewünschten Verzeichnisse und Dateien aus der Sicherung, um diese als normale Verzeichnisse und Dateien in das aktuelle Dateisystem zu integrieren bzw. die aktuellen mit den älteren gesicherten zu überschreiben (siehe auch „Inkrementelle Sicherung“). Seit einigen Jahren sind auch Programme auf dem Markt, die solche Sicherungen ebenfalls inkrementell anlegen können.
  • Differenzielle Sicherung: Bei diesem Verfahren werden alle Daten, die seit der letzten Komplettsicherung geändert wurden oder neu hinzugekommen sind, gespeichert. Es wird also immer wieder auf der letzten Komplettsicherung aufgesetzt. Man spart gegenüber einer neuen Vollsicherung Speicherplatz und Zeit.
  • Inkrementelle Sicherung: Bei dieser Sicherung werden immer nur die Dateien gespeichert, die seit der letzten inkrementellen Sicherung, oder beim ersten Mal seit der letzten Komplettsicherung, geändert wurden oder neu hinzugekommen sind. Es wird also immer auf der letzten inkrementellen Sicherung aufgesetzt. Dieses Verfahren hat den Nachteil, dass bei einer Wiederherstellung die Daten in der Regel aus mehreren Teilen wieder zusammengesucht werden müssen.

Die Aufbewahrung von Datensicherungen sollte örtlich entfernt, in einer sicheren Umgebung erfolgen.

tresor

  • Für Privatpersonen bieten sich externe Festplatten mit Firewire, eSATA oder USB-Anschluss an. Diese lassen sich unkompliziert an das zu sichernde System anschließen und wieder von diesem trennen und ermöglichen so zumindest eine entfern te Aufbewahrung. Auch netzwerkbasierende Festplatten sind einfach anzuschließen und zu entfernen und damit sinnvolle Sicherungen möglich.
  • Für kleinere Unternehmen eignen sich z.B. Bankschließfächer zur Datenträger-aufbewahrung. Allerdings kann in der Regel nicht zu jeder Zeit darauf zugegriffen werden, da der Zugang zu den Datenträgern nur während der Öffnungszeiten der Bank möglich ist. Eine Alternative dazu stellt die Online-Datensicherung dar: die Datensicherung erfolgt außer Haus, meist in einem Rechenzentrum, und es kann jederzeit darauf zugegriffen werden. In diesem Fall ist aber darauf zu achten, dass der Datentransfer in gesicherter Art und Weise erfolgt.
  • Für größere Unternehmen können sich speziell gesicherte Safes oder Räumlichkeiten (sog. Zellen) zur feuersicheren Unterbringung der Bandbibliothek lohnen. Auch können die gesicherten Daten auf mehrere Standorte oder Rechenzentren verteilt werden

NAS

Netzwerkspeicher – auf Englisch Network Attached Storage (NAS) – sind die ideale Speicherlösung für nasHeimarbeitsplätze und kleine Büros mit mehreren PCs oder Notebooks. Sie ermöglichen es Ihnen, von jedem Gerät auf Ihre Dokumente, Fotos und sonstige Dateien zuzugreifen oder gemeinsam einen Drucker sowie Programme zu nutzen. NAS sind erschwinglich, schnell eingerichtet, kompakt und einfach zu bedienen. Ein weiterer großer Vorteil: Die Daten sind mit der passenden Konfiguration auch vor einem Festplattendefekt geschützt.

Bei einem NAS handelt es sich um einen kleinen Server für jede Art von Daten. Über ein herkömmliches Netzwerkkabel (Ethernet) wird das Gerät mit dem Netzwerk verbunden, so können Sie von allen angeschlossenen Computern, aber auch mit Geräten wie Handys, TVs und Musikanlagen darauf zugreifen. Ein NAS kann also weit mehr als eine normale Festplatte. Je nach Gerät werden verschiedene Funktionen wie z.B RAID unterstützt.

USB Festplatten

usb festplatteUSB-Massenspeicher gibt es für den USB-1.1-Bus, den wesentlich schnelleren USB-2.0-Bus sowie den USB-3.0-Bus mit max. 625 MByte/s. USB-2.0-fähige Massenspeicher können theoretisch an einer USB-2.0-Schnittstelle Daten mit einer Übertragungsrate von bis zu 480 Mbit/s (60 MByte/s) speichern und auslesen, in der Praxis werden jedoch aufgrund des großen Protokoll-Overheads selten mehr als 30-35 MByte/s erreicht. Der USB-2.0-Bus ist abwärtskompatibel zum USB-1.1-Bus, allerdings reduziert sich die Übertragungsrate auf 12 Mbit/s (1,5 MByte/s).

 

Für USB-Geräte existiert keine Verriegelung, so dass diese jederzeit vom Computer getrennt werden können. Geschieht das, während gerade Daten auf das Gerät geschrieben werden, kommt es ohne Vorwarnung zu Datenverlusten. Um das zu verhindern, kann dem Betriebssystem mitgeteilt werden, dass das Gerät entfernt werden soll. Nach Abschluss aller Schreiboperationen auf das Gerät erfolgt eine Rückmeldung, dass das Gerät nun entfernt werden kann.

USB Sticks (nicht alleine als Backupmedium einsetzen)

usb stickEinUSB Stick ist in allererster Linie ein Medium zur Datenübertragung und auch als solches konzipiert worden und damit nicht automatisch zur täglichen Sicherung von Daten geeignet! Deshalb sollte die Datensicherung auf USB Stick nur in Verbindung mit einem Backup auf ein zweites Medium (z.B. eine Festplatte oder NAS) eingesetzt werden. Erfolgt die Standardsicherung z.B. auf eine externe Festplatte, kann der USB Stick zur täglichen Auslagerung (Ein wirkungsvoller Schutz gegen Feuer, Wasser Brand oder Diebstahl) genutzt werden!

RAID Systeme

RAID steht für Redundant Array of Independent Disks, zu Deutsch redundante Anordnung unabhängiger Festplatten. Bei einem RAID-System handelt es sich um einen Verbund mehrerer Festplatten, in dem Daten so gespeichert werden (außer RAID 0), dass sie vor Verlust geschützt sind. Die Harddisks sollten punkto Größe und Typ identisch sein. Folgend erklären wir die Vor- und Nachteile der wichtigsten RAID-Systeme, damit Sie das passende wählen können.
 
Einzeldisk (ab einer Festplatte): Bei diesem Modus handelt es sich um kein RAID-System. Jede Festplatte wird einzeln als Laufwerk genutzt. Fällt eine aus, sind auch die Daten weg. Die anderen Disks sind aber nicht betroffen.
 
JBOD (ab zwei Festplatten): In diesem Verbund werden mehrere Festplatten zu einem großen Laufwerk kombiniert. Geht eine kaputt, sind alle Disks betroffen. Aus diesem Grund ist JBOD nicht zu empfehlen.
 
RAID 0 (ab zwei Festplatten): In diesem RAID-Modus werden ebenfalls mehrere Harddisks verbunden, wobei allerdings die Geschwindigkeit im Vordergrund steht. Speichern Sie eine Datei, wird diese auf die verschiedenen Festplatten verteilt. Dadurch können die Harddisks parallel arbeiten und schneller auf die Daten zugreifen. Während ein RAID-0-System im Computer sinnvoll sein kann, nutzt es in einem NAS nur wenig: Das Netzwerk bremst den Tempogewinn. Auch bei einem RAID-0-System sind alle Daten verloren, wenn eine Festplatte des Verbunds ausfällt.
 
RAID 1 (ab zwei Festplatten): Bei RAID 1 steht die Datensicherheit im Vordergrund. Alle Daten werden doppelt gespeichert, sodass auf zwei Festplatten jeweils dieselben Daten liegen. Dadurch steht Ihnen zwar nur die Hälfte des tatsächlichen Speicherplatzes zur Verfügung, dafür sind Ihre Daten geschützt. Fällt eine der Festplatten aus, liest das NAS automatisch von der anderen Festplatte. In der Zwischenzeit kann die defekte Festplatte ausgetauscht werden. Trotz dieser Sicherheit schützt ein RAID Ihre Daten nur beschränkt. Lesen Sie dazu unbedingt den Tipp "RAID ersetzt kein Backup".
 
RAID 5 (ab drei Festplatten): In einem RAID-5-Verbund sind die Daten ebenfalls vor dem Ausfall einer Festplatte geschützt – allerdings verlieren Sie weniger Speicherplatz, dafür etwas mehr Geschwindigkeit als bei RAID 1. Während bei Ersterem nur die Hälfte des Speicherplatzes genutzt wird, ist es bei RAID 5 die Anzahl der Festplatten minus einer. Nutzen Sie zum Beispiel vier 500-GB-Harddisks, können Sie 1500 GB als Speicher brauchen. Der Rest ist für die Datensicherung reserviert. Welche Festplatte ausfällt, ist dabei egal. Geben jedoch zwei Festplatten gleichzeitig den Geist auf, sind die Daten verloren. Defekte Harddisks sollten also sofort ersetzt werden. Dies ist sowieso notwendig, da der Verbund bei einem Ausfall zwar noch zuverlässig, aber langsam arbeitet. Für ein NAS mit drei Festplatten oder mehr ist RAID 5 oft die beste Lösung.
 
RAID 5+Spare (ab vier Festplatten): Dieser Modus entspricht dem vorhergehenden, wobei eine Festplatte zusätzlich als Reserve eingesetzt wird. Sie verlieren also den Speicherplatz von zwei Harddisks. Dafür wird der eigentliche RAID-5-Verbund bei einem Ausfall sofort wieder rekonstruiert. Während dieser Phase sind die Daten bei einem weiteren Ausfall aber nicht geschützt.
 
RAID 6 (ab vier Festplatten): Bei RAID 6 werden zwei Festplatten zur Sicherung verwendet, Sie verlieren also gleich viel Platz wie bei RAID 5+Spare. RAID 6 ist durch die höhere Komplexität etwas langsamer, dafür wird auch der gleichzeitige Ausfall von zwei Harddisks verkraftet.

Achtung: RAID ersetzt kein Backup

Ein RAID-System – außer RAID 0 – schützt zwar vor einem Festplattenausfall, dennoch sind Backups für Ihre wichtigen Daten notwendig. Denn mit dem sicheren Abspeichern der Daten ist ein RAID-System nicht gegen Software-Fehler gewappnet. Fangen Sie sich einen zerstörerischen Virus ein oder wird eine Datei wegen eines Programmfehlers falsch gespeichert, hilft RAID nichts. Die Daten landen einfach mehrmals falsch auf den Harddisks. Versehentlich gelöschte Daten kann ein RAID ebenfalls nicht mehr retten. Deshalb gilt: Auch mit einem RAID-System ist ein regelmäßiges Backup Pflicht